1848 offenen Stellen stehen 1556 Arbeitslose gegenüber
WKO-Bezirksstellenobmänner Günther Baschinger und Tobias Luger: rasche und gezielte Vermittlung hat jetzt höchste Priorität, Erhöhung des Arbeitslosengeldes produziert hingegen Langzeitarbeitslose.
Weder die Pandemie noch der Krieg in der Ukraine haben etwas daran geändert: Viele oö. Unternehmen suchen nach wie vor – oft vergeblich – intensiv nach Fach- und Arbeitskräften. Das beweist einmal mehr die mit 1848 hohe Anzahl der von den Unternehmen dem AMS mit Ende Februar gemeldeten offenen Stellen in den Bezirken Eferding und Grieskirchen.
Die Zahlen im Überblick:
| offene Stellen | Arbeitslose | |
| Bezirk Eferding | 496 | 505 |
| Bezirk Grieskirchen | 1352 | 1051 |
Gleichzeitig verzeichnen wir in der Region Grieskirchen/Eferding noch immer 1556 Arbeitslose, deren rasche Vermittlung jetzt wieder oberstes Ziel sein muss. Um eine zusätzliche Dynamik in die Vermittlungsaktivitäten zu bringen, sind für die Bezirksstellenobmänner Günther Baschinger (Grieskirchen) und Tobias Luger (Eferding) zwei Faktoren ausschlaggebend:
Nach dem Motto „Eine reguläre Arbeitsaufnahme muss sich wieder lohnen“ ist vor allem der Gesetzgeber gefordert: Ein gestaffeltes Arbeitslosengeld, eine deutliche Beschränkung der Zuverdienstmöglichkeiten für Arbeitslose und die dringend notwendige Reparatur der Notstandshilfe (nur in Österreich gibt es diese unbeschränkt bis zur Pension) würden den Anreiz für Arbeitslose signifikant erhöhen, wieder eine Beschäftigung aufzunehmen.
Andererseits muss das AMS bundesweit verstärkt über die Bezirksgrenzen hinaus vermitteln, Arbeitserprobungen weiter forcieren und Arbeitsunwilligkeit sowie Pfusch von Arbeitslosen konsequent und flächendeckend sanktionieren. Eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes ist, so Günther Baschinger, hingegen kontraproduktiv, weil sie die Differenz zum erzielbaren Einkommen in einem regulären Job weiter reduziert und damit Langzeitarbeitslosigkeit geradezu produziert.
Dazu wird die WKO Oberösterreich in den nächsten Wochen der aktiven Vermittlung von Hilfs- und Anlernkräften besonderes Augenmerk schenken: „Fast jeder zweite Arbeitslose hat nur Pflichtschulabschluss, gleichzeitig suchen viele Betriebe exakt solche Arbeitskräfte, die sie in weiterer Folge arbeitsplatzbezogen aufqualifizieren können. Eine höhere Vermittlungsquote in diesem Segment ist dringend notwendig und auch möglich“, legt Tobias Luger den künftigen Kurs der WK bei der Bekämpfung des Fach- und Arbeitskräftemangels dar.

Günther Baschinger, WKO-Obmann Bezirk Grieskirchen.

Tobias Luger, WKO-Obmann Bezirk Eferding.
Fotos: Andreas Maringer






