Was haben Fußball und Elektrotechnik gemeinsam? Für den Unternehmer Daniel hinter Allerstorfer Elektroanlagen ist die Antwort klar: Ohne ein eingespieltes Team funktioniert beides nicht. Was zunächst nach einem ungewöhnlichen Vergleich klingt, prägt heute die Führung eines Unternehmens mit rund 80 Beschäftigten. Dahinter steckt eine Geschichte, die 2012 mit acht Monteuren begann und über mehrere mutige Entscheidungen zur eigenen Firma führte.

Der Geschäftsführer Daniel kennt das Gefühl, vor begeisterten Zuschauern auf dem Fußballplatz zu stehen. In seiner Jugend spielte er beim LASK, später blieb er dem Sport als Nachwuchs Trainer verbunden. Vor allem der Mannschaftsgedanke hat ihn geprägt. Jeder Spieler hat seine Stärken, jeder übernimmt eine Aufgabe. Und erst wenn alle zusammenspielen, entsteht Erfolg.

Diese Haltung hat er in die Unternehmensführung mitgenommen. Kunden sollen langfristig zu Fans werden, Mitarbeiter ihren passenden Platz im Team finden. Der Vergleich mit dem Fußball ist für ihn deshalb weit mehr als ein einprägsamer Spruch.

Aus acht Monteuren wurde ein eigenes Unternehmen

Die Geschichte von Allerstorfer Elektroanlagen beginnt 2012. Damals übernahm der heutige Geschäftsführer den Aufbau einer Niederlassung der GEG innerhalb der Stern & Hafferl-Gruppe. Mit acht Monteuren und einer Sekretärin startete er in Traun.

Die Entwicklung verlief schneller als erwartet. Bereits 2017 beschäftigte der Betrieb rund 45 Menschen. Ein wichtiger Wegbegleiter war Karl Neumann, der CEO der Unternehmensgruppe. Er unterstützte die Entwicklung und ermöglichte dem Niederlassungsleiter, eine eigene GmbH zu gründen und sich mit 26 Prozent daran zu beteiligen.

Doch die unternehmerische Eigenständigkeit ließ ihn nicht los. Im April 2021 folgte schließlich der entscheidende Schritt: Er übernahm das Unternehmen im Rahmen eines Management-Buy-outs vollständig.

Eine Entscheidung, die mit erheblichem persönlichem Risiko verbunden war. Schließlich ging es um einen Betrieb, den er über Jahre selbst aufgebaut hatte. Das Verhältnis zur früheren Unternehmensgruppe blieb dennoch freundschaftlich. Stern & Hafferl war auch an der Errichtung des neuen Firmengebäudes in Eferding beteiligt.

Dass der Betrieb heute an seinem aktuellen Standort in Eferding angesiedelt ist, hat übrigens einen ungewöhnlichen Hintergrund. Als die Räumlichkeiten in Traun zu klein wurden, suchte der Geschäftsführer nach einem geeigneten Platz für einen Neubau. Dafür markierte er die Wohnorte seiner Mitarbeiter auf einer Landkarte und ermittelte deren geografischen Mittelpunkt. Genau dort sollte das neue Firmengebäude entstehen. Bereits 2018 wurde das Grundstück dafür gekauft.

Eine Standortentscheidung, bei der die Menschen im Unternehmen eine wesentliche Rolle spielten.

Wer als Lehrling beginnt, soll Perspektiven haben

Heute zählt Allerstorfer Elektroanlagen 73 eigene Beschäftigte, mit zusätzlichem Personal sind es rund 80. Gewachsen ist das Unternehmen vor allem durch die Ausbildung eigener Fachkräfte.

Im Durchschnitt absolvieren etwa 15 Jugendliche ihre Lehre als Elektrotechniker im Betrieb. Jährlich kommen drei bis vier neue Lehrlinge dazu. Eine eigene Lehrwerkstatt bietet ihnen die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln.

Entscheidend ist für den Geschäftsführer aber, was nach der Ausbildung passiert. Wer als Lehrling beginnt, soll sich über verschiedene Stationen bis zum Obermonteur, Projekttechniker oder Projektleiter weiterentwickeln können.

Dass dieser Weg funktioniert, zeigt ein Mitarbeiter, der vor rund zehn Jahren seine Lehre im Unternehmen begann, die Lehre mit Matura und die Meisterprüfung absolvierte und heute als Projektleiter Verantwortung trägt.

Zur Ausbildung gehören außerdem gemeinsame Aktivitäten und Outdoor-Camps. Dort geht es bewusst weniger um Elektrotechnik als um persönliche Entwicklung und Zusammenarbeit.

Respekt, gegenseitige Wertschätzung und Ehrlichkeit sind Werte, die der Geschäftsführer auch selbst vorleben möchte. Fehler sollen offen angesprochen werden können. Ebenso wichtig ist ihm, die Fähigkeiten einzelner Menschen zu erkennen, statt Mitarbeiter dauerhaft in starre Rollen zu drängen.

Mit der Größe des Unternehmens verändert sich allerdings auch seine eigene Aufgabe. Während er früher viele Baustellen und Projekte persönlich begleitete, überträgt er heute zunehmend Verantwortung an seine Führungskräfte. Gemeinsame Weiterbildungen sollen sie auf diese Aufgaben vorbereiten.

Digitalisierung, die den Arbeitsalltag verändert

Auch technisch hat sich Allerstorfer Elektroanlagen weiterentwickelt. Das Unternehmen betreut vor allem Gewerbe- und Industriebetriebe sowie Projekte im Wohnbau. Neben Elektroinstallationen spielen Gebäudeautomatisierung, Sicherheitstechnik und die laufende Wartung elektrischer Anlagen eine wichtige Rolle.

Gerade im Servicebereich setzt der Betrieb auf digitale Abläufe. Eine eigens entwickelte mobile Anwendung ermöglicht Monteuren, direkt vor Ort auf Anlagenpläne, Prüfberichte, Messprotokolle und bisherige Wartungsarbeiten zuzugreifen.

Wo früher umfangreiche Papierordner notwendig waren, genügt heute der digitale Zugriff. Auch Materialbuchungen, Fotodokumentationen und Serviceberichte werden über das System abgewickelt. Abgeschlossene Aufträge können anschließend direkt zur Verrechnung weitergeleitet werden.

Für die Mitarbeiter gibt es zusätzlich eine eigene Mitarbeiter App. Sie bündelt interne Informationen, Schulungsunterlagen, Sicherheitsunterweisungen und organisatorische Abläufe.

Die Digitalisierung verfolgt dabei einen praktischen Zweck: weniger Verwaltungsaufwand, einfachere Prozesse und mehr Zeit für die eigentliche Arbeit und persönliche Kontakte.

Langfristige Beziehungen zu den Stammkunden sind ein weiterer Schwerpunkt. Rund 80 Prozent der Betriebsleistung entfallen auf etwa 20 langjährige Stammkunden. Statt möglichst vieler einmaliger Aufträge setzt der Betrieb auf laufende Betreuung, Wartung und persönliche Verlässlichkeit.

Dass der Geschäftsführer gerne von Kunden als Fans spricht, passt deshalb zu seiner Geschichte. Denn im Fußball wie im Unternehmen entsteht Vertrauen nicht durch einen einzelnen gelungenen Auftritt, sondern durch dauerhaftes Zusammenspiel.

Und auch wenn Allerstorfer Elektroanlagen heute deutlich größer ist als zu Beginn, bleibt eine Überzeugung unverändert: Menschen

 entwickeln sich am besten, wenn man ihnen etwas zutraut und ihnen die Möglichkeit gibt, Verantwortung zu übernehmen.

 

 

 

 

 

 

 

Foto:privat

 

 

 

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