Manche Unternehmen entstehen aus einer klaren Vision. Andere aus Zufall. Und manche – wie Prescon und die daraus entstandenen digitalen Lösungen – aus einer Mischung aus Erfahrung, Notwendigkeit und persönlichen Wendepunkten.
Hinter diesen Firmen steht ein Unternehmer, der eines ganz offen sagt:
„Ich habe mich selbstständig gemacht, weil die Zusammenarbeit mit manchen Firmenchefs schwierig war.“
Ein ehrlicher Zugang und der Beginn einer Entwicklung, die heute zwei völlig unterschiedliche Welten miteinander verbindet:
hochkomplexes Ingenieurwesen und digitale Reservierungssysteme.
Prescon: Spezialist für das, was andere nicht angreifen
Die Firma Prescon bildet das Fundament des gesamten Unternehmens. Gegründet als klassisches Ingenieurbüro, hat sie sich auf besonders anspruchsvolle Bereiche spezialisiert:
- Druckbehälter und Gastechnik
- gefährliche Güter und Transportlösungen
- sicherheitsrelevante technische Prüfungen
- industrielle Spezialaufgaben
Kurz gesagt:
Alles, was technisch heikel ist – und wo andere lieber Abstand halten.
Die Kunden kommen fast ausschließlich aus der Industrie – von kleineren Betrieben bis hin zu großen Energie- und Technik-Unternehmen.
Über die Jahre entwickelte sich Prescon stabil weiter: Vom Einzelunternehmen zur GmbH, von einem Ein-Mann-Betrieb zu einem kleinen, eingespielten Team.
Heute arbeitet das Unternehmen bewusst schlank – mit einem klaren Fokus auf Qualität und Fachkompetenz.
Ein zweites Standbein – das eigentlich nie geplant war
Während Prescon klassisch gewachsen ist, entstanden die beiden anderen Unternehmen eher „nebenbei“:
- Advance Booking Solutions
- Online Booking Solutions
Beide drehen sich um ein Thema: digitale Reservierungssysteme.
Und auch hier war der Ausgangspunkt kein Businessplan, sondern ein konkretes Problem.
Die Idee hinter Advance Booking Solutions
Die erste Lösung wurde für Tennisvereine entwickelt.
Das Problem: Reservierungen liefen oft chaotisch ab – per Telefon, Liste oder manuell organisiert. Besonders bei größeren Vereinen mit mehreren hundert Mitgliedern wurde das schnell unübersichtlich.
Die Lösung: Ein einfaches, funktionales System, mit dem Mitglieder:
- Plätze online reservieren
- Verfügbarkeiten einsehen
- automatisch freigeschaltet werden, sobald der Mitgliedsbeitrag bezahlt ist
Ein entscheidender Vorteil: Der Verein spart sich enorm viel Verwaltungsaufwand.
Gerade bei größeren Vereinen mit 300 bis 400 Mitgliedern wird aus Organisation plötzlich ein strukturiertes System.
Ein System mit klarer Logik – und realistischen Grenzen
Das Konzept funktioniert besonders dort gut, wo zwei Faktoren zusammentreffen:
- begrenzte Kapazitäten (z.B. Tennisplätze)
- viele Nutzer (z.B. Vereinsmitglieder)
Genau dann entsteht echter Mehrwert. Versuche, das System auf andere Bereiche auszuweiten – etwa Fitnessstudios, Golfplätze oder Arztpraxen – zeigten jedoch auch die Grenzen:
Nicht jede Branche funktioniert gleich.
Nicht jede Zielgruppe ist offen für Digitalisierung.
Und genau diese Ehrlichkeit unterscheidet das Unternehmen: Es wird nicht krampfhaft skaliert, sondern realistisch bewertet, wo ein Produkt Sinn macht – und wo nicht.
Online Booking Solutions: Die flexible Erweiterung
Mit der zweiten Plattform wurde versucht, das Konzept breiter zu denken:
Reservierungssysteme für:
- Gastronomie
- Dienstleister
- Freizeitangebote
- individuelle Anwendungen
Technisch funktioniert das System einwandfrei – inklusive:
- automatischer Rechnungsstellung
- integrierter Zahlungsabwicklung
- digitaler Verwaltung
Doch der Markt zeigte sich schwieriger als erwartet. Viele potenzielle Kunden – etwa kleinere Betriebe oder landwirtschaftliche Anbieter – haben schlicht kein Interesse an komplexen Systemen, wenn einfache Lösungen ausreichen.
Ein klassisches Beispiel dafür, dass Innovation allein nicht reicht – sie muss auch zur Zielgruppe passen.
Ein sehr persönlicher Antrieb
Was dieses Projekt besonders macht, ist der Hintergrund. Die digitalen Lösungen wurden ursprünglich vom Sohn des Unternehmers aufgebaut – und nach dessen Tod weitergeführt.
Heute ist klar: Es geht hier nicht nur um Geschäft, sondern auch um Verantwortung und Erinnerung.
Das erklärt auch, warum wirtschaftlicher Erfolg nicht das einzige Ziel ist.
Kundenstruktur: klar getrennt
Die drei Unternehmen bedienen bewusst unterschiedliche Zielgruppen:
- Prescon: Industrie & technische Unternehmen
- Advance Booking Solutions: Vereine (vor allem Tennis)
- Online Booking Solutions: Firmen & Dienstleister
Diese klare Trennung sorgt für Struktur – auch wenn die Produkte auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben.
Was das Unternehmen auszeichnet
Auf die Frage nach Alleinstellungsmerkmalen kommt eine überraschend ehrliche Antwort: „Am Anfang waren wir innovativer – heute sind wir ähnlich wie andere.“
Und genau diese Offenheit ist vielleicht der größte Unterschied. Statt sich künstlich zu inszenieren, setzt man auf:
- funktionierende Lösungen
- ehrliche Einschätzung des Marktes
- direkte Kommunikation
- langfristige Kundenbeziehungen
Die Zukunft: Übergabe an die nächste Generation
Ein entscheidender Schritt steht bereits fest: Die Übergabe von Prescon an die nächste Generation.
Der Sohn wird das Unternehmen übernehmen – ein Prozess, der bereits läuft und bewusst früh gestartet wurde.
Der Plan dahinter ist klar: Genug Zeit für Übergabe, Einarbeitung und Vertrauen.
Denn das Unternehmertum lernt man nicht aus Büchern – sondern durch Erfahrung.
Arbeitskultur: Freiheit statt Druck
Ein Punkt, der intern besonders geschätzt wird, ist die Arbeitsweise:
- flexible Zeiteinteilung
- wenig Druck
- eigenverantwortliches Arbeiten
Wenn ein Termin ausfällt, wird daraus kein Problem – sondern einfach freie Zeit. Diese Haltung schafft ein Arbeitsumfeld, das bewusst anders ist als in vielen klassischen Betrieben.
Fazit: Zwei Welten, ein Unternehmer
Prescon, Advance Booking Solutions und Online Booking Solutions zeigen, wie unterschiedlich Unternehmertum sein kann.
Auf der einen Seite ein technisches Ingenieurbüro mit klarer Positionierung in der Industrie.
Auf der anderen Seite digitale Lösungen, die aus einer persönlichen Geschichte entstanden sind und ihren eigenen Weg gehen.
Gemeinsam haben sie eines:
Sie sind nicht laut, nicht aufdringlich – aber ehrlich, funktional und durchdacht.
Und genau das macht sie zu einem spannenden Teil der regionalenUnternehmenslandschaft.
Foto: privat






