Die vergessene Branche!

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Fitnessstudios betreffend Coronakrise

Die österreichischen Fitnessbetriebe mit 1,2 Millionen Trainierenden wären Teil der Lösung zur Bekämpfung der Corona Pandemie. Alle ExpertInnen sind sich einig, dass gezieltes Muskeltraining das Immunsystem und die Abwehrkräfte des Körpers stärkt, somit ein wesentlicher Baustein in der Vorbeugung gegen Volkskrankheiten ist. Es ist die Grundlage zur Bewältigung des privaten und sportlichen Alltags, das Verletzungsrisiko wird durch eine gute Grundkonstitution minimiert. Trotz dieses Wissens bleiben, durch ausstehende und aktuelle Entscheidungen der Politik, die Betriebe geschlossen und in ihrer Existenz gefährdet.

Es hat keinen einzigen Cluster in einem gewerblichen Fitnessbetrieb gegeben, laut Sanitätsdirektionen der Länder lag das Infektionsgeschehen unter einem Prozent. Das Contact Tracing ist dort jederzeit lückenlos möglich, die Leitung der Besucherströme und die Abstandregeln sind realisiert, die Hygienestandards extrem hoch. Um so irritierender ist es, dass bei den Lockerungen die Fitnessbetriebe nicht berücksichtigt wurden. Im Gegenteil, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurden nochmals verschlechtert.

Fitnessbetriebe haben im Durchschnitt im Jahr 2020 mehr als 25% ihrer Kunden verloren und sie müssen auf diesem niedrigen Niveau wiedereröffnen. Die Kompensation durch Neukundengewinnung wird bis zu 5 Jahren dauern. Dieses Umsatzminus wird die Betriebe einige Jahre belasten, wenn sie diese überhaupt überleben. Die Reduzierung des Umsatzersatzes auf 50% ist eine Bedrohung, die Kalkulationen und Kostenrechnungen in der Fitnessbranche sind nicht mit denen in anderen vergleichbar. Die 50% decken nicht einmal die Betriebskosten. Es gibt auch keine Möglichkeit alternativer Umsätze, wie Liefer- oder Abholservices, verlorene Umsätze sind in der Fitnessbranche nicht aufzuholen. Deswegen fordern die VertreterInnen 80% Umsatzersatz. Es braucht auch die definitive Zusage zur Öffnung am 7.1.2021, um Planungssicherheit zu haben, immerhin ist der Jänner der stärkste Monat für die Neukundengewinnung.

Schon im März wurden drei Forderungen an Bund und Länder übergeben: Erstens die Senkung der Mehrwertsteuer für die Mitgliedsbeiträge auf 10%, zweitens die Abschreibfähigkeit der Beiträge für Unternehmen im Rahmen der Firmenfitness ohne Sachbezug für die MitarbeiterInnen und drittens die Absetzbarkeit von Fitnessbeiträgen im Einkommenssteuerbescheid. Alles das, um Chancengleichheit am Markt zu haben, viele Branchen und Vereine sind bessergestellt, so haben zum Beispiel Gastronomiebetriebe bis Ende 2021 einen reduzierten Mehrwertsteuersatz von 5% auf ihre Haupteinnahmequelle, bei den Studios ist dieser Satz unverändert 20%.

Weder im März, noch aktuell, hatten die BranchenvertreterInnen die Möglichkeit mit einem zuständigen Vertreter aus der Politik über diese Forderungen und Lösungen zumindest zu diskutieren.

Die Forderungen der Fitnessbranche in der Übersicht:

  • Umsatzersatz von 80% für Dezember
  • Definitive Öffnungszusage für 7.1.2021
  • Senkung der Mehrwertsteuer auf 10% für Mitgliedsbeiträge
  • Abschreibbarkeit der Mitgliedsbeiträge für Unternehmen im Rahmen von Firmenfitness
  • Kein Sachbezug für MitarbeiterInnen bei Teilnahme an Firmenfitness Programmen
  • Absetzbarkeit der Fitnessbeiträge bei der Einkommenssteuererklärung

Foto: Maringer

Christian Prechtl – Branchensprecher der OÖ Fitnessbetriebe WKOÖ und Obmann der WKO Eferding.

 

 

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