Facharbeitermangel: „Es ist 1 vor 12!“ – 3.2019

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Viele Medien berichten laufend über den Facharbeitermangel. Das Thema ist zumindest seit ein paar Jahren am Tisch und wird sowohl von der Politik als auch von den Kammern und Fachleuten ernsthaft diskutiert. Leider nur viel(!) zu spät. Schauen wir nach vorne! Das Ziel muss sein, wieder zu MEHR Facharbeitern in Österreich zu kommen. Dies könnte unter anderem über die geregelte Einwanderung funktionieren. Bei der jetzigen ÖVP/FPÖ-Regierung aber nahezu unmöglich. Aber vielleicht besinnt man sich ja wieder einmal, vergisst den Populismus und orientiert sich ein wenig an unseren deutschen Nachbarn. Dort sind 1,2 Millionen Stellen unbesetzt. Die Deutschen haben ein Gesetz beschlossen, das Arbeitskräften aus NICHT-EU-Ländern erlaubt, ohne Jobzusage ins Land zu kommen. Das heißt jetzt nicht, dass ich alle Menschen aus NICHT-EU-Ländern nach Österreich locken möchte. Jedoch gehören Konzepte entwickelt und die Gesetze dafür geschaffen, sonst geht unser Land und folgend auch unsere Region unter. Zurzeit sollen selbst vorbildlich integrierte Lehrlinge abgeschoben werden. Das geht einfach zu weit. Hier gilt es schnell eine Lösung zu finden.

Mehr Geld für Lehrlinge!

Nur große Kampagnen in allen möglichen Medien platzieren wird nicht reichen. Unternehmen, die Lehrlinge ausbilden, sollen meiner Meinung nach mehr Geld und Förderungen bekommen. Die Lehrlingsgehälter könnten dann angehoben werden. Damit wären die vielen Lehrstellen wieder attraktiver zu bewerben– ohne wesentliche Mehrkosten für den Betrieb. Vielleicht kann man diese Förderungen auch für Klein- und Mittelbetriebe beschränken. Egal welche neuen Ideen und Lös-
ungen geschaffen werden. Nur macht es bitte rasch und jetzt! Es ist schon lange nicht mehr „5 vor 12“. Es ist „1 vor 12“!

Ab hier finden unsere Online-Leser mehr Informationen zum aktuellen Thema:

Obwohl ein Konjunkturboom herrscht, haben die Betriebe große Probleme, die einlangenden Aufträge auch abzuarbeiten. Es fehlt in ganz vielen Branchen an qualifizierten Fachkräften.

Karriere-Konzepte von Profis!
Unsere Werbeagentur und Regionalzeitung NEWS befasst sich schon seit über 5 Jahren mit dem Thema „KARRIERE und LEHRE in der REGION“ und kann sehr gute Erfolge vorzeigen. Die Firmen und Unternehmer sind mittlerweile bereit in gute Karriere-Konzepte Geld zu investieren, um die notwendigen Facharbeiter und Lehrlinge zu finden.
Mit eigenen Slogans, perfekt abgestimmten PR´s, Interviews, eigenen Broschüren für die offenen Stellen, den entsprechenden Storys in den sozialen Medien, eigenen Karriere-Webseiten zur Präsentation und Ausschreibung der offenen Posten und Präsentation der bestehenden Mitarbeiter, professionelle Inserate mit dem richtigen Wording, perfekt inszenierte Messeauftritte, durchdachte Job-Videos, etc. wird die junge Zielgruppe bzw. den Facharbeiter auch besser erreichen. Dies ist aber nur die eine Seite. Die Seite der Unternehmer und deren Engagement ihre Betriebe in Zukunft für den Karriere-Markt professionell zu präsentieren.
Wenn jetzt noch die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schafft und neue Gesetze und Förderungen beschließt kann der „Karren Österreich“ gerade noch mit ganz viel Anstrengung aus dem Dreck gezogen werden. Ich muss es leider so dramatisch formulieren, weil es tatsächlich auch der Realität entspricht.

Ich habe mit ein paar Unternehmer gesprochen und möchte davon gerne ein Zitat bringen.

„Die Situation am Markt ist wirklich deprimierend. Ich könnte sofort sechs Lehrlinge sowie drei Facharbeiter aufnehmen. Jede Woche muss ich mittlerweile ein oder zwei Aufträge absagen. Ein Wachstum meines Betriebes ist so nicht mehr möglich.“
Der Unternehmer aus der Region Eferding möchte anonym bleiben und fährt fort:
„Die Politik und die Kammern haben massiv versagt. Obwohl ich immer ÖVP-Wähler war, bin ich tief enttäuscht von der aktuellen Asylpolitik in Österreich. Mit dieser unüberlegten Zuwandererpolitik werden zwei ganz große Probleme geschaffen. Zum einen werden die Menschen gegenseitig durch diese „Rechts-Stimmung“ aufgehusst und das Volk immer mehr gespalten und zum anderen wird dadurch das Facharbeiterproblem nicht gelöst, sondern sogar noch schlimmer gemacht.“

Ich habe mit dem mir bekannten Unternehmer noch lange diskutiert und wir sind natürlich auch zum Thema Schule gekommen. Auch dort gehört noch viel in der Aufklärung gemacht. „Warum schicken Eltern ihre sichtlich unfähigen Kinder in höhere Schulen?“ fragt sich der gleiche Firmenchef. „Man tut ja seinen Kindern damit nichts Gutes. Mit einer Lehre in einem Handwerk können Talente und Fähigkeiten genutzt werden. Wir Unternehmer tun mittlerweile fast alles für junge Leute die einen Lehrberuf ergreifen wollen. Außerdem sind ausgebildete Facharbeiter am Arbeitsmarkt Gold wert. Auch der Verdienst ist sehr attraktiv.

An diesen Aussagen erkennt man schon den Frust und teilweise den Zorn der Unternehmer gegenüber Politik und Verantwortlichen.

Widerstand gegen Asylkurs
Das sich zuerst im industriell geprägten Oberösterreich Widerstand gegen den rigorosen Asylkurs der Regierung formierte, ist kein Zufall. Es werden laut Berechnungen im Jahr 2030 ca. 130.000 Facharbeiter fehlen!
Oberösterreich zählt fast 400 Asylwerber mit Lehrvertrag, mehr als doppelt so viele wie Salzburg oder Tirol (jeweils rund 150). Gleichzeitig sind aber in unserem Bundesland 1400 Lehrstellen offen. Im Jahr 2018 ist die Zahl der offenen, sofort verfügbaren Lehrstellen in Oberösterreich um 17,8 Prozent gegenüber 2017 gestiegen.
Diese Zahlen lügen nicht und sprechen für sich.

Wenn wir alle Ideen einbringen und mit allen verantwortlichen Stellen und Personen konstruktiv zusammen arbeiten, werden wir es noch schaffen. Da bin ich überzeugt. Tun wir es für uns und unsere Kinder. Denn wer wird sonst in 10 oder 15 Jahren die Heizung reparieren, das defekte Auto durchchecken, das alte Dach ausbessern, die alten elektrischen Leitungen tauschen, unser Haus bauen und die Fenster richtig montieren, etc. Diese Aufzählung könnte noch 10 Seiten lang sein. Ich hoffe auf ein aktives Einbringen aller Menschen in unserem Land um dieses große akute Problem lösen zu können.

Harald Matousek
Herausgeber und Chefredakteur


Ihre Meinung direkt an: matousek@news-online.at

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