Wer eine Apotheke betritt, kommt meist mit einem konkreten Anliegen. Ein Rezept muss eingelöst werden, ein gesundheitliches Problem wirft Fragen auf oder es wird ein bestimmtes Präparat gesucht. Für den Inhaber der Franziskus Apotheke Wels beginnt genau an diesem Punkt die eigentliche Aufgabe: zuhören, fachlich einordnen und nach einer passenden Lösung suchen. Diese Haltung prägt auch seinen Weg als Unternehmer.

Die Entscheidung für die Selbstständigkeit entstand aus seinem beruflichen Weg in der Pharmazie. Bevor Apotheker eine eigene Apotheke führen können, sind entsprechende Ausbildungs- und Berufsjahre notwendig. Für ihn war danach klar, dass er selbst gestalten und etwas bewegen wollte. Zunächst führte er eine andere Apotheke im Rahmen eines Pachtvertrags. Als dieser seinem Ende entgegenging, begann die Suche nach einer neuen Möglichkeit.

Schließlich ergab sich der Standort für eine eigene Apotheke. Er stellte den notwendigen Antrag und erhielt die Konzession. Aus dieser Gelegenheit entwickelte sich die Franziskus Apotheke Wels – und mit ihr ein Betrieb, bei dem der Inhaber bis heute großen Wert auf den direkten Kontakt zu den Menschen legt.

Denn fachliches Wissen ist für ihn die notwendige Grundlage, aber noch nicht das, woran Kundinnen und Kunden eine Apotheke im Alltag hauptsächlich messen. Entscheidend sei vielmehr, wie ihnen begegnet wird. Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, sich um ein Anliegen tatsächlich zu kümmern, ziehen sich deshalb durch seine Beschreibung des Betriebs.

Eine Apotheke mit eigener Handschrift

Das zeigt sich auch im Team. Der Inhaber beschreibt die Zusammenarbeit als familiär und wertschätzend. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien für ihn ein wichtiger Teil des Betriebs, deren persönliche Situationen berücksichtigt werden müssen. Arbeitszeiten und familiäre Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen, könne herausfordernd sein. Trotzdem versucht die Apotheke, Lösungen zu finden.

Dazu kommt die fachliche Weiterentwicklung. Das Team bildet sich laufend fort, denn die Anforderungen verändern sich. Gerade in der Pharmazie gehört es zum Beruf, mit neuen Entwicklungen Schritt zu halten.

Auch bei den Leistungen verfolgt die Franziskus Apotheke einen breiten Ansatz. Neben der klassischen Abgabe rezeptpflichtiger und rezeptfreier Arzneimittel gehören unter anderem Kosmetik, Nahrungsergänzungsmittel, Tees und Testungen zum Alltag. Hinzu kommen eigene Produkte sowie individuell angefertigte Rezepturen. Auch Rezepturen für Krankenhäuser werden hergestellt.

Diese eigene Herstellung ist ein Bereich, mit dem sich das Team intensiv beschäftigt. Bei der Entwicklung eigener Produkte fließen laut Inhaber unter anderem publizierte Daten und fachlicher Austausch ein. Eine enge Spezialisierung auf nur ein einzelnes Gebiet ist bewusst nicht das Ziel. Vielmehr soll das breite Spektrum einer Apotheke fachlich fundiert abgedeckt werden.

Die Kundschaft ist entsprechend vielfältig. Viele Menschen kommen seit Jahren als Stammkunden, andere entdecken die Apotheke aufgrund ihrer Lage an einer stark frequentierten Straße. Kinder und Familien gehören ebenso dazu wie Menschen, die über Ärztinnen und Ärzte in der Umgebung auf die Apotheke aufmerksam werden. Auch Kundinnen und Kunden mit familiären Verbindungen ins Ausland wenden sich mit speziellen Anliegen an das Team.

Rund 80 Prozent der Kundschaft zählt der Inhaber zu den Stammkunden. Dass Menschen wiederkommen, führt er vor allem auf zwei Punkte zurück: den persönlichen Umgang und die Fähigkeit, benötigte Produkte möglichst zuverlässig zu beschaffen.

Zwischen Lieferengpässen und Digitalisierung

Gerade diese Beschaffung ist anspruchsvoller geworden. Lieferprobleme bei Arzneimitteln beschäftigen Apotheken in ganz Österreich. Für die Franziskus Apotheke bedeutet das, das eigene Bestellwesen laufend im Blick zu behalten und nach Möglichkeiten zu suchen, benötigte Produkte verfügbar zu machen.

Parallel verändern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln können Apotheken die Preise nicht selbst festlegen. Sinkende Deckungsbeiträge erhöhen laut dem Inhaber den Druck auf die Betriebe. Für ihn bedeutet das, Entwicklungen nüchtern zu beobachten und das eigene Unternehmen immer wieder neu zu kalkulieren. Eigene Produkte und zusätzliche Leistungen sind Möglichkeiten, auf diese Veränderungen zu reagieren.

Auch die Digitalisierung betrachtet er differenziert. Sie beschleunigt Abläufe und erleichtert vieles, schafft aus seiner Sicht aber neue Abhängigkeiten. Fallen zentrale Systeme, Internet oder Strom aus, können alltägliche Prozesse plötzlich schwierig werden. Dass er selbst noch gelernt hat, auch ohne Computer zu arbeiten, prägt seinen Blick auf diese Entwicklung.

Ähnlich pragmatisch sieht er die digitale Sichtbarkeit. Die Franziskus Apotheke verfügt über eine Website, einen Webshop und Social-Media-Auftritte. Eine möglichst hohe Zahl an Likes oder Reichweite ist für ihn jedoch kein Selbstzweck. Entscheidend bleibt, ob daraus ein tatsächlicher Nutzen für die Apotheke und ihre Kundschaft entsteht.

Das passt zu seinem grundsätzlichen Verständnis des Berufs. Apotheken genießen aus seiner Sicht einen großen Vertrauensvorschuss. Dieses Vertrauen müsse im täglichen Kontakt immer wieder bestätigt werden. Gerade in einer Zeit, in der Gesundheitsinformationen und Produkte online jederzeit verfügbar sind, sieht er die persönliche Beratung als wesentlichen Bestandteil der Vor-Ort-Apotheke.

So ist die Geschichte der Franziskus Apotheke Wels weniger von einem einzelnen großen Wendepunkt geprägt als von einer konsequenten Haltung: fachlich am Ball bleiben, Veränderungen kritisch prüfen und für die Menschen ansprechbar sein. Am Ende entscheidet sich vieles dort, wo Apotheke seit jeher stattfindet – im direkten Gespräch zwischen Menschen.

Foto:privat

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