Vom Lebensmittelgeschäft der Großeltern zu Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Gästen: Die Geschichte von SKULINARIUM ist eine Familiengeschichte – und zugleich die Entwicklung vom klassischen Cateringbetrieb zum professionell organisierten Eventdienstleister. Die Mutter entwickelte aus ihrer Freude am Gastgebersein ein Catering, zunächst für Gruppen von zehn oder 15 Personen. Aus diesen Anfängen ist über Jahrzehnte ein Betrieb entstanden, der heute Veranstaltungen unterschiedlichster Größenordnung begleitet.
Der Schritt ins Unternehmertum war für Christoph Matlschweiger dennoch keineswegs vorgezeichnet. Beruflich kam er ursprünglich aus dem technischen Bereich und war im Projektmanagement tätig. Mit dem Catering war er zwar aufgewachsen, doch 2015 stand er gemeinsam mit seiner Frau Bianca Matlschweiger vor einer grundlegenden Entscheidung: den gewachsenen Familienbetrieb übernehmen – oder einen anderen Weg einschlagen.
Gemeinsam entschieden sie sich, das Risiko der Selbstständigkeit einzugehen und den Familienbetrieb zu übernehmen. Christoph Matlschweigers Erfahrungen aus größeren Unternehmen erwiesen sich dabei als hilfreich. Abläufe strukturieren, Zuständigkeiten verteilen und mehrere Projekte parallel koordinieren – vieles davon ließ sich auf die Gastronomie übertragen.
Die Übernahme brachte Veränderungen mit sich. Strukturen wurden neu gedacht, personelle Entscheidungen getroffen und Verantwortlichkeiten klarer verteilt. Dahinter stand von Anfang an ein Ziel: Der Betrieb sollte langfristig nicht von einer einzigen Person abhängig sein. Aus der Selbstständigkeit sollte ein Unternehmen mit funktionierenden Strukturen entstehen. Damit begann auch der Wandel weg vom inhaberabhängigen Betrieb hin zu einer Organisation, in der Aufgaben und Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werden.
Wenn Catering zu Projektmanagement wird
Ein weiterer Entwicklungsschritt folgte mit der Feichthub in Nußbach. Dort konnten Gastronomie, Veranstaltungsräume, Zimmer und Produktionsküche an einem Standort zusammengeführt werden. Heute wird zentral produziert und organisiert. Parallel blieb auch der Standort in Wels relevant. Einen zusätzlichen Schub brachte die Betreuung der Stadthalle Wels, durch die regelmäßig Veranstaltungen in neuen Größenordnungen hinzukamen.
Gerade bei solchen Events zeigt sich, wie stark die frühere Erfahrung im Projektmanagement den Betrieb bis heute prägt. SKULINARIUM betreut mehrere Veranstaltungen parallel. Das Spektrum reicht von Hochzeiten und kleineren Buffets über Firmenveranstaltungen und Hausmessen bis zu Bällen und Weihnachtsfeiern. Regelmäßig geht es dabei um mehrere hundert Gäste, bei einzelnen Veranstaltungen auch um 1.000 Menschen und mehr.
Die eigentliche Herausforderung beginnt lange bevor das Essen serviert wird. Speisen, Getränke, Personal und Equipment müssen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein. Hinzu kommen Raumplanung, Logistik und die Abstimmung mit Technik, Musik oder anderen beteiligten Gewerken. Manchmal entscheidet dabei buchstäblich jeder Zentimeter, wenn in einer Location möglichst viele Gäste sinnvoll untergebracht werden sollen.
Deshalb versteht sich das Unternehmen als Full-Service-Catering-Dienstleister. Die Küche bildet einen wichtigen Teil davon, aber eben nur einen. Viel Wert wird auf hausgemachte Produkte und die eigene Zubereitung gelegt. Gleichzeitig soll der Kunde möglichst wenige Schnittstellen koordinieren müssen. Statt einzelne Aufgaben isoliert zu betrachten, versucht das Team, eine Veranstaltung als Ganzes zu verstehen.
Trotz zunehmender Veranstaltungsgrößen soll dabei der persönliche Charakter nicht verloren gehen. Der Anspruch ist, für jeden Auftrag eine passende Lösung zu entwickeln – von der Speisenkonzeption über Service und Logistik bis zum Ablauf vor Ort. Gleichzeitig setzt SKULINARIUM weiterhin stark auf eigene Produktion und hausgemachte Speisen.
Diese Haltung findet sich auch in einem Grundsatz wieder, der im Betrieb sichtbar festgehalten ist: Entscheidend ist die Suche nach Lösungen statt nach Fehlern. Gemeint ist damit weniger ein Motto für die Außendarstellung als eine Arbeitsweise. Wenn etwas nicht funktioniert, soll nicht die Suche nach einem Schuldigen im Vordergrund stehen. Wichtiger ist die Frage, welcher Ablauf verändert werden muss, damit derselbe Fehler nicht erneut entsteht.
Wertschätzung als Teil des Arbeitsalltags
Neben der Lösungsorientierung zählt vor allem Wertschätzung zu den prägenden Unternehmenswerten. Sie soll Gästen und Auftraggebern ebenso gelten wie den Lebensmitteln und der Entwicklung des Betriebs. Vor allem aber betrifft sie die Zusammenarbeit im Team.
Rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten fix in den Betrieben, ergänzt durch einen umfangreichen Pool an Aushilfen. Die Hierarchien sind flach, die Kommunikationswege kurz. Der Arbeitsalltag unterscheidet sich allerdings deutlich von klassischen Bürozeiten. Eine Hausmesse unter der Woche verlangt andere Einsatzzeiten als eine Hochzeit am Samstag. Dafür entstehen je nach Saison auch Freiräume, die in anderen Berufen weniger selbstverständlich sind.
Was viele Mitarbeiter an dieser Arbeit schätzen, ist die unmittelbare Reaktion der Gäste. Eine Veranstaltung wird vorbereitet, umgesetzt und abgeschlossen – und das Feedback kommt häufig noch am selben Tag. Für Christoph Matlschweiger, der zuvor Projekte mit mehrjährigen Laufzeiten betreut hat, war genau das eine neue Erfahrung.
Die wechselnden Anforderungen machen den Beruf abwechslungsreich, verlangen aber auch laufende Weiterentwicklung. Geeignetes Personal zu finden, bleibt dabei ein wichtiges Thema.
Der Blick richtet sich deshalb vor allem auf die weitere Organisation des Unternehmens. Ein wesentliches Ziel bleibt, die Strukturen weiterzuentwickeln und Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Auch der eigene Personalpool und die Zusammenarbeit mit Partnerlocations sollen weiter ausgebaut werden. Überlegungen zu weiteren Entwicklungsschritten gibt es ebenfalls, konkrete Pläne sollen jedoch erst kommuniziert werden, wenn sie spruchreif sind.
Von den ersten kleinen Caterings aus dem Lebensmittelgeschäft bis zu Veranstaltungen mit vierstelligen Gästezahlen hat sich damit weit mehr verändert als die Größe der Aufträge. Aus einem stark von einzelnen Personen geprägten Familienbetrieb ist Schritt für Schritt eine Organisation mit verteilten Verantwortlichkeiten geworden. Und aus dem technischen Projektmanager, der ursprünglich einen anderen Berufsweg eingeschlagen hatte, wurde ein Unternehmer, dessen Arbeit heute wieder erstaunlich viel mit Projektmanagement zu tun hat.
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