ÖGB-Frauen fordern Mindestlohn

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Straßenaktion für Gleichberechtigung

„Wer räumt den Geschirrspüler ein? Wer holt die Kinder ab? Wer kümmert sich um die Oma? Diese unbezahlte Arbeit leisten deutlich öfter Frauen als Männer“, stellt Julia Dieterle, Vorsitzende der ÖGB-Frauen Grieskirchen/Eferding fest. Laut einer aktuellen Zeitverwendungsstudie der WU Wien arbeiten erwerbstätige Frauen in Österreich im Schnitt zusätzlich 27 Stunden in der Woche unbezahlt, Männer hingegen nur 16 Stunden. „Frauen müssen daher bei der bezahlten Erwerbsarbeit zurückstecken, und das hat oft negative Auswirkungen auf Gesundheit, soziale Absicherung und Karrierechancen“, so Dieterle.

Einkommensschere schließen
Auch die Einkommensunterschiede zwischen Mann und Frau bei gleichwertiger Arbeit sind in Österreich überdurchschnittlich hoch. Frauen verdienen zwar heute deutlich mehr als noch vor zehn Jahren, allerdings immer noch rund 20 Prozent weniger als Männer. Damit haben Frauen in Österreich jährlich rund 10.000 Euro weniger im Geldbörsel. „Ein wichtiger Schritt wäre ein Mindestlohn von 1.700 Euro. Das käme vor allem Frauen zugute“, fordert Dieterle.

Straßenaktion in Eferding
Um auf die prekäre Situation vieler Frauen und auf ihre Forderungen hinzuweisen, haben die ÖGB-Frauen in Eferding kürzlich eine Verteilaktion durchgeführt und bekamen dabei regen Zuspruch von Betroffenen.

Familienfreundliche Arbeitszeitmodelle notwendig
„Wir haben als einen der ersten Schritte den Rechtsanspruch auf ein Papamonat erkämpft. Der Weg zur wirklichen Gleichberechtigung ist allerdings noch lang“, sagt die Vorsitzende der ÖGB-Frauen Grieskirchen/Eferding, Julia Dieterle. Neben höheren Einkünften brauche es familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, die es Männern und Frauen ermöglichen, Familienarbeit partnerschaftlich aufzuteilen.

Foto: ÖGB

(v.l.) Martha Reitinger, Julia Dieterle und Christine Heitzinger bei der Verteilaktion der Gewerkschaftsfrauen.

 

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