Hiobsbotschaft im Kindergarten St. Agatha

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Sparen auf Kosten der Kinder

Kurz vor Ende des Kindergartenjahres teilte Bürgermeister Manfred Mühlböck der Kindergartenleitung in St. Agatha mit, dass die schon seit Jahren fehlende Krabbelstube im Herbst, mit Beginn des neuen Kindergartenjahres, nun Realität werden soll.
„Das freut uns natürlich sehr, da der Gemeindekindergarten ohnehin schon seit Jahren auf den letzten Rängen des Kinderbetreuungsatlas der oö. Arbeiterkammer zu finden war und im letzten Jahr sogar auf den letzten Platz abgerutscht ist. Was uns jedoch nicht gefällt ist, dass dies auf den Rücken unserer Kinder ausgetragen wird“, so Fraktionsobmann Franz Rainer.

Um die Krabbelstube zu realisieren werden die zurzeit bestehenden 4 Gruppen, mit einer Größe zwischen 18 und 20 Kindern (3 Regelgruppen und eine alterserweiterte Gruppe mit unter 3-jährigen Kindern) auf 3 Gruppen reduziert und die Kinder auf bis zu 24 je Gruppe aufgeteilt, damit diese Aufgabe mit dem bestehenden Betreuungspersonal zu bewältigen ist.  Das bedeutet eine Vergrößerung der Gruppen um bis zu 33%, bei gleichbleibenden knappen Raumangebot und gleichbleibenden Personal. Auch sei erwähnt, dass in Zeiten des „Babyelefanten“ diese Aktion zur Erhaltung bzw. Förderung der Gesundheit der jüngsten GemeindebürgerInnen nicht dienlich sein kann.

Die geplante Vergrößerung der Gruppen, ist laut Gesetz bis 23 Kinder erlaubt und kann bis zu 25 Kinder vom Betreiber überschritten werden. Das zeigt, dass sich der Bürgermeister genau im gesetzlichen Rahmen bewegt um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten. Das Problem liegt hier u.a. bei den Gesetzgebern und der Verantwortlichen der ÖVP-Bildungslandesrätin Christine Haberlander, die den Kürzungen, der Kinderbetreuungsmittel im Jahr 2018, durch den Bund, positiv gegenüberstand.
„Die SPÖ St. Agatha, die Eltern sowie die Kindergartenleitung können nicht verstehen, dass solche Maßnahmen, ohne sie vorher zu besprechen, knallhart umgesetzt werden sollen“, so Gemeindevorstand Konrad Baschinger.

Statement der betroffene Mutter Andrea Andlinger:
„Kurz vor den Ferien durften wir erfahren, dass unsere Kindergartengruppen aufgeteilt werden, da im Ort eine Krabbelgruppe benötigt wird. Leider auf Kosten der älteren Kinder und der Pädagogen, denn die dürfen sich nun in Zeiten von Corona eine Gruppe von 24 bzw. 25 Kindern teilen. Vorher waren es 17 oder 18 Kinder. Auch für die Krabbelgruppe gibt es noch keine optimale Lösung, laut Auskunft der Bildungsdirektion. Und warum? Seit über 13 Jahren gibt es in unserem Kindergarten immer nur Sondergenehmigungen aber keine ordentliche Lösung, da ja scheinbar bei den Kleinsten gespart werden muss. Bei uns im Ort werden nun viele tolle Baugründe geschaffen, aber so wie es aussieht sollten diese Familien lieber nicht allzu viele Kinder bekommen, den für einen größeren und für Kinder und Pädagogen optimalen Kindergarten fehlt uns anscheinend das Geld.“

Presseinfo von Franz Rainer, St. Agatha

Foto: privat

(v.l.) Franz Rainer (Fraktionsobmann), Thomas Antlinger (Bezirksparteivorsitzender), Konrad Baschinger (Gemeindevorstand) und betroffene Kinder.

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